Kurzantwort: Wie groß ist die Pflegelücke?
Beim Pflegeheim liegt der durchschnittliche Eigenanteil 2025 bei rund 2.500–2.800 € pro Monat — das umfasst Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Die Pflegekasse übernimmt davon nur einen Teil.
Bei häuslicher Pflege durch Angehörige ist die Lücke geringer, aber auch hier deckt das Pflegegeld oft nur einen Teil der tatsächlichen Aufwendungen ab.
Alle Werte auf dieser Seite basieren auf Durchschnittsdaten (SGB XI, Stand 2025) und ersetzen keine individuelle Beratung.
Schnellcheck vor der Berechnung
Für eine realistische Pflegelücke reichen oft drei Eingaben: aktueller Pflegegrad, bevorzugte Pflegeform und Wohnort/Bundesland. Mit diesen Werten erhalten Sie eine belastbare Erstorientierung.
- Pflegegrad aus dem aktuellen Bescheid bereithalten.
- Pflegeform festlegen: häuslich, ambulant oder stationär.
- Bundesland wählen, da Kosten regional deutlich schwanken.
Was beeinflusst Ihre Pflegelücke?
Pflegegrad
Je höher der Pflegegrad, desto mehr zahlt die Pflegekasse — aber die Kosten steigen oft überproportional. Die prozentuale Deckung sinkt bei höherem Pflegebedarf.
Pflegeform
Häusliche Pflege durch Angehörige ist günstiger als ein ambulanter Dienst, und vollstationäre Pflege ist am teuersten. Der Eigenanteil unterscheidet sich je nach Pflegeform erheblich.
Bundesland & Region
Die Heimkosten variieren je Bundesland um mehrere hundert Euro pro Monat. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind sie oft am höchsten, in Sachsen und Thüringen am niedrigsten.
Leistungszuschlag
Im Pflegeheim gibt es seit 2022 einen Leistungszuschlag, der mit der Aufenthaltsdauer steigt: 15 % im 1. Jahr, bis 75 % ab dem 4. Jahr. Dieser reduziert den Pflege-Eigenanteil.
Pflegelücke berechnen
Wie viel müssen Sie monatlich selbst für Pflege aufbringen?
Monatliche Pflegelücke
2.327 €
Gesamtkosten / Monat
3.819 €
Pflegekasse zahlt
1.492 €
Vermögen reicht
21 Mon.
Pflegelücke / Jahr
27.924 €
Über 5 Jahre
139.620 €
Über 10 Jahre
279.240 €
Die Berechnung basiert auf Durchschnittswerten. Tatsächliche Kosten können je nach Einrichtung, Region und individueller Pflegesituation abweichen. Keine Rechts- oder Finanzberatung.
Typische Pflegelücken im Vergleich
| Pflegeform | Gesamtkosten | Kassenleistung | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Häuslich (PG 3) | ca. 1.200 € | 800 € Pflegegeld | ca. 400 € |
| Ambulant (PG 3) | ca. 1.800 € | 1.497 € Sachleistung | ca. 303 € |
| Pflegeheim (PG 3, NRW) | ca. 4.300 € | 1.319 € stationär | ca. 2.500 € |
Werte gerundet, Durchschnittsdaten 2025. Keine rechtsverbindliche Auskunft.
Was tun bei hoher Pflegelücke?
1. Leistungen voll ausschöpfen: Viele Pflegebedürftige nutzen nicht alle ihnen zustehenden Leistungen. Prüfen Sie Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittel.
2. Kombinationsleistung prüfen: Wer ambulante Sachleistungen teilweise nutzt, kann den Rest anteilig als Pflegegeld erhalten (§ 38 SGB XI).
3. Hilfe zur Pflege beantragen: Reichen Rente und Vermögen nicht aus, übernimmt das Sozialamt die verbleibenden Kosten (SGB XII).
4. Vorsorge prüfen: Pflegezusatzversicherungen können die Lücke reduzieren — aber nur, wenn sie frühzeitig abgeschlossen werden.
Häufige Denkfehler bei der Pflegelücke
- • Nur den Pflegegrad berücksichtigen, aber Wohn- und Investitionskosten ausblenden.
- • Nur den Monatswert betrachten statt eine Jahresplanung mit Reserve zu machen.
- • Leistungszuschläge im Heim nicht einrechnen, obwohl sie den Pflegeanteil senken.
Vertiefung: erst den Pflegeheim-Eigenanteil im Detail berechnen und danach mit dem Elternunterhalt-Rechner die Familienbelastung prüfen.
Verwandte Rechner
Pflegeheim-Eigenanteil nach Bundesland analysieren →
Detaillierte Aufschlüsselung nach Bundesland
Pflegegeld und Sachleistung sinnvoll kombinieren →
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Verhinderungspflege-Jahresbudget optimal verteilen →
Jahresbudget optimal planen
Elternunterhalt und 100.000-Euro-Grenze prüfen →
100.000-€-Grenze schnell prüfen
Häufige Fragen zur Pflegelücke
Wie hoch ist die Pflegelücke im Pflegeheim?
Der monatliche Eigenanteil im Pflegeheim liegt laut vdek-Auswertung (Januar 2026) im bundesweiten Durchschnitt bei 3.245 € (1. Aufenthaltsjahr). Je nach Bundesland und Einrichtung variiert der Betrag zwischen 3.168 € und 3.969 €.
Was ist die Pflegelücke?
Die Pflegelücke beschreibt die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungen, die die Pflegekasse übernimmt. Diesen Betrag müssen Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen selbst aufbringen.
Wer zahlt, wenn das Geld nicht reicht?
Reichen Rente, Vermögen und Pflegeleistungen nicht aus, kann beim Sozialamt 'Hilfe zur Pflege' (SGB XII) beantragt werden. Kinder werden nur herangezogen, wenn ihr Bruttojahreseinkommen über 100.000 € liegt.
Kann man die Pflegelücke mit einer Versicherung schließen?
Es gibt verschiedene Pflegezusatzversicherungen (z. B. Pflegetagegeld oder Pflegerente). Ob sich eine Absicherung lohnt, hängt von Alter, Gesundheitszustand und individueller Situation ab — eine unabhängige Beratung empfiehlt sich.
Werden die Pflegeleistungen regelmäßig erhöht?
Ja. Zum 01.01.2025 wurden viele Leistungsbeträge der Pflegekasse angehoben. Trotzdem wachsen die Pflegekosten historisch schneller als die Leistungsanpassungen, sodass die Pflegelücke tendenziell zunimmt.
Sind die Ergebnisse des Rechners verbindlich?
Nein. Alle Berechnungen sind unverbindliche Orientierungshilfen auf Basis von Durchschnittswerten. Sie ersetzen keine individuelle Pflege-, Finanz- oder Rechtsberatung.