Pflegelücke Rechner 2026

Für Menschen ab 50 und ihre Familien: Pflege in Deutschland kostet oft deutlich mehr, als die Pflegekasse übernimmt. Mit dem Pflegelücke-Rechner sehen Sie auf einen Blick, wie hoch Ihr monatlicher Eigenanteil wäre — aufgeschlüsselt nach Pflegegrad, Pflegeform und Bundesland.

Illustration zur Pflegelücke mit Pflegekosten-Übersicht

Kurzantwort: Wie groß ist die Pflegelücke?

Beim Pflegeheim liegt der durchschnittliche Eigenanteil im 1. Aufenthaltsjahr 2026 bei rund 3.245 € pro Monat — das umfasst Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Die Pflegekasse übernimmt davon nur einen Teil.

Bei häuslicher Pflege durch Angehörige ist die Lücke geringer, aber auch hier deckt das Pflegegeld oft nur einen Teil der tatsächlichen Aufwendungen ab.

Alle Werte auf dieser Seite basieren auf Durchschnittsdaten (SGB XI, Stand 2025/2026) und ersetzen keine individuelle Beratung.

Schnellcheck vor der Berechnung

Für eine realistische Pflegelücke reichen oft drei Eingaben: aktueller Pflegegrad, bevorzugte Pflegeform und Wohnort/Bundesland. Mit diesen Werten erhalten Sie eine belastbare Erstorientierung.

  1. Pflegegrad aus dem aktuellen Bescheid bereithalten.
  2. Pflegeform festlegen: häuslich, ambulant oder stationär.
  3. Bundesland wählen, da Kosten regional deutlich schwanken.

Was beeinflusst Ihre Pflegelücke?

Pflegegrad

Je höher der Pflegegrad, desto mehr zahlt die Pflegekasse — aber die Kosten steigen oft überproportional. Die prozentuale Deckung sinkt bei höherem Pflegebedarf.

Pflegeform

Häusliche Pflege durch Angehörige ist günstiger als ein ambulanter Dienst, und vollstationäre Pflege ist am teuersten. Der Eigenanteil unterscheidet sich je nach Pflegeform erheblich.

Bundesland & Region

Die Heimkosten variieren je Bundesland um mehrere hundert Euro pro Monat. In Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind sie oft am höchsten, in Sachsen und Thüringen am niedrigsten.

Leistungszuschlag

Im Pflegeheim gibt es seit 2022 einen Leistungszuschlag, der mit der Aufenthaltsdauer steigt: 15 % im 1. Jahr, bis 75 % ab dem 4. Jahr. Dieser reduziert den Pflege-Eigenanteil.

Pflegelücke berechnen

Wie viel müssen Sie monatlich selbst für Pflege aufbringen?

Monatliche Pflegelücke

3.301

Gesamtkosten / Monat

4.899

Pflegekasse zahlt

1.598

Vermögen reicht

15 Mon.

Pflegelücke / Jahr

39.612

Über 5 Jahre

198.060

Über 10 Jahre

396.120

Die Berechnung basiert auf Durchschnittswerten. Tatsächliche Kosten können je nach Einrichtung, Region und individueller Pflegesituation abweichen. Keine Rechts- oder Finanzberatung.

Typische Pflegelücken im Vergleich

PflegeformGesamtkostenKassenleistungEigenanteil
Häuslich (PG 3)ca. 1.200 €599 € Pflegegeldca. 601 €
Ambulant (PG 3)ca. 1.800 €1.497 € Sachleistungca. 303 €
Pflegeheim (PG 3, NRW)ca. 4.300 €1.319 € stationärca. 2.500 €

Werte gerundet, Durchschnittsdaten 2025/2026. Keine rechtsverbindliche Auskunft.

Was tun bei hoher Pflegelücke?

1. Leistungen voll ausschöpfen: Viele Pflegebedürftige nutzen nicht alle ihnen zustehenden Leistungen. Prüfen Sie Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege, Entlastungsbetrag und Pflegehilfsmittel.

2. Kombinationsleistung prüfen: Wer ambulante Sachleistungen teilweise nutzt, kann den Rest anteilig als Pflegegeld erhalten (§ 38 SGB XI).

3. Hilfe zur Pflege beantragen: Reichen Rente und Vermögen nicht aus, übernimmt das Sozialamt die verbleibenden Kosten (SGB XII).

4. Vorsorge prüfen: Pflegezusatzversicherungen können die Lücke reduzieren — aber nur, wenn sie frühzeitig abgeschlossen werden.

Häufige Denkfehler bei der Pflegelücke

Vertiefung: erst den Pflegeheim-Eigenanteil im Detail berechnen und danach mit dem Elternunterhalt-Rechner die Familienbelastung prüfen.

Pflegelücke über die Zeit: Warum sie wächst

Die Pflegekosten steigen historisch schneller als die Leistungen der Pflegekasse. Während die gesetzlichen Beträge in unregelmäßigen Abständen angepasst werden, wachsen die tatsächlichen Kosten für Personal, Unterkunft und Investitionen kontinuierlich.

ZeitraumLeistungsentwicklungPreisentwicklung PflegeAuswirkung auf Lücke
2017–2023Keine Erhöhung+20–30 % PersonalkostenLücke gewachsen
2024+5 % Pflegegeld+5–8 % HeimkostenLücke gewachsen
2025+4,5 % Pflegegeld+3–6 % HeimkostenLeicht gewachsen

Eigene Zusammenstellung auf Basis öffentlich zugänglicher Daten. Die Kostensteigerungen variieren je nach Bundesland und Einrichtung.

Fallbeispiel: Familie Braun plant voraus

Situation: Frau Brauns Mutter (82) hat Pflegegrad 3 und wird aktuell zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst betreut. Ein Heimeinzug ist mittelfristig wahrscheinlich.

Szenario 1: Häusliche Pflege

Ambulanter Dienst: ca. 1.200 €/Monat. Sachleistung PG 3: 1.497 €. → Die Pflegekasse deckt die Kosten vollständig. Zusätzliches Pflegegeld durch Kombinationsleistung möglich.

Szenario 2: Pflegeheim (NRW)

Gesamtkosten Heim: ca. 4.300 €/Monat. Kassenleistung stationär: 1.319 €. → Eigenanteil ohne Zuschlag: ca. 2.980 €. Im 1. Jahr (15 % Leistungszuschlag): ca. 2.810 €.

Fiktives Beispiel. Die Werte variieren je nach Einrichtung und Region. Der Vergleich zeigt, wie stark sich die Pflegelücke je nach Pflegeform unterscheidet.

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Häufige Fragen zur Pflegelücke

Wie groß ist die Pflegelücke 2026?

Im Bundesdurchschnitt beträgt die monatliche Eigenbeteiligung im Pflegeheim 2026 rund 3.245 € im 1. Aufenthaltsjahr (Quelle: vdek, Januar 2026). Die Pflegekasse zahlt davon nur den pflegebedingten Anteil — Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten müssen Sie vollständig selbst tragen. Bei häuslicher Pflege ist die Lücke geringer, aber auch hier deckt das Pflegegeld nur einen Teil der tatsächlichen Aufwendungen.

Wie hoch ist die Pflegelücke im Pflegeheim?

Der monatliche Eigenanteil im Pflegeheim liegt laut vdek-Auswertung (Januar 2026) im bundesweiten Durchschnitt bei 3.245 € (1. Aufenthaltsjahr). Je nach Bundesland und Einrichtung variiert der Betrag erheblich — von ca. 2.720 € in Sachsen-Anhalt bis ca. 3.601 € im Saarland.

Was ist die Pflegelücke?

Die Pflegelücke beschreibt die Differenz zwischen den tatsächlichen Pflegekosten und den Leistungen, die die Pflegekasse übernimmt. Diesen Betrag müssen Pflegebedürftige oder ihre Angehörigen selbst aufbringen.

Wer zahlt, wenn das Geld nicht reicht?

Reichen Rente, Vermögen und Pflegeleistungen nicht aus, kann beim Sozialamt 'Hilfe zur Pflege' (SGB XII) beantragt werden. Kinder werden nur herangezogen, wenn ihr Bruttojahreseinkommen über 100.000 € liegt.

Kann man die Pflegelücke mit einer Versicherung schließen?

Es gibt verschiedene Pflegezusatzversicherungen (z. B. Pflegetagegeld oder Pflegerente). Ob sich eine Absicherung lohnt, hängt von Alter, Gesundheitszustand und individueller Situation ab — eine unabhängige Beratung empfiehlt sich.

Werden die Pflegeleistungen regelmäßig erhöht?

Ja. Zum 01.01.2025 wurden viele Leistungsbeträge der Pflegekasse angehoben. Trotzdem wachsen die Pflegekosten historisch schneller als die Leistungsanpassungen, sodass die Pflegelücke tendenziell zunimmt.

Sind die Ergebnisse des Rechners verbindlich?

Nein. Alle Berechnungen sind unverbindliche Orientierungshilfen auf Basis von Durchschnittswerten. Sie ersetzen keine individuelle Pflege-, Finanz- oder Rechtsberatung.

Stand: 27.04.2026 · Alle Angaben basieren auf öffentlich zugänglichen Daten (SGB XI) und ersetzen keine individuelle Beratung.