Kurzantwort: Was kostet ein Pflegeheim in NRW?
Ein Pflegeheimplatz in Nordrhein-Westfalen kostet Bewohnerinnen und Bewohner im Durchschnitt ca. 3.580 € pro Monat an Eigenanteil — im ersten Aufenthaltsjahr. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) von ca. 1.860 €, Unterkunft und Verpflegung von ca. 1.150 € sowie Investitionskosten von ca. 570 €.
Ab dem zweiten Jahr sinkt der Eigenanteil durch den gesetzlichen Leistungszuschlag (§ 43c SGB XI) schrittweise — im vierten Jahr zahlen Sie in NRW durchschnittlich nur noch ca. 2.185 € monatlich.
Gerundete Durchschnittswerte auf Basis von vdek-Daten, Stand: Januar 2026. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Einrichtung. Keine Rechtsberatung.
Was bedeutet das konkret für Ihren Fall?
Die tatsächlichen Pflegeheim-Kosten hängen von Pflegegrad, Aufenthaltsdauer und dem Leistungszuschlag ab. Mit dem Rechner berechnen Sie Ihren voraussichtlichen Eigenanteil in NRW — oder in jedem anderen Bundesland.
Berechnung ohne Anmeldung · anonym
So setzen sich die Kosten zusammen
Die monatlichen Kosten eines Pflegeheimplatzes in NRW bestehen aus vier Bestandteilen. Drei davon bilden zusammen den sogenannten Eigenanteil, den Sie selbst tragen müssen:
1. Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE)
ca. 1.860 €
In jeder Einrichtung für alle Pflegegrade gleich hoch (§ 84 Abs. 2 Satz 2 SGB XI). Deckt den Anteil der Pflegekosten, der nicht von der Pflegekasse übernommen wird.
2. Unterkunft und Verpflegung
ca. 1.150 €
Miete, Nebenkosten, Mahlzeiten und hauswirtschaftliche Versorgung. Die Pflegekasse beteiligt sich hieran nicht.
3. Investitionskosten
ca. 570 €
Instandhaltung, Modernisierung und Gebäudeabschreibung. In NRW werden Investitionskosten nur eingeschränkt durch das Land bezuschusst.
4. Zusatzleistungen (optional)
Einzelzimmerzuschlag, besondere Komfortangebote oder individuelle Betreuungsleistungen werden gesondert vereinbart (§ 88 SGB XI) und sind in den Durchschnittswerten nicht enthalten.
| Kostenbestandteil | NRW | Bundesdurchschnitt |
|---|---|---|
| EEE (Pflege) | 1.860 € | ca. 1.685 € |
| Unterkunft/Verpflegung | 1.150 € | ca. 1.046 € |
| Investitionskosten | 570 € | ca. 514 € |
| Gesamt (1. Jahr) | 3.580 € | ca. 3.245 € |
NRW liegt damit rund 335 € über dem Bundesdurchschnitt — vor allem durch hohe Personalkosten (Tarifpflicht seit September 2022) und Immobilienpreise in Ballungsräumen. Quelle: vdek-Daten, gerundet auf volle 10 €. Stand: Januar 2026.
Leistungszuschlag: So sinkt Ihr Eigenanteil mit der Zeit
Seit Januar 2022 erhalten Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner einen Leistungszuschlag auf den einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (§ 43c SGB XI). Dieser Zuschlag steigt mit der Aufenthaltsdauer und wird direkt von der Pflegekasse an die Einrichtung gezahlt — Sie müssen ihn nicht beantragen.
Wichtig: Der Zuschlag gilt ausschließlich für den pflegebedingten Eigenanteil (EEE). Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben unverändert.
| Aufenthaltsjahr | Zuschlag | EEE nach Zuschlag | Eigenanteil gesamt |
|---|---|---|---|
| 1. Jahr | 15 % | 1.581 € | 3.301 € |
| 2. Jahr | 30 % | 1.302 € | 3.022 € |
| 3. Jahr | 50 % | 930 € | 2.650 € |
| Ab 4. Jahr | 75 % | 465 € | 2.185 € |
Ab dem vierten Jahr sparen Sie in NRW rund 1.116 € monatlich gegenüber dem ersten Jahr. Rechtsgrundlage: § 43c SGB XI (seit 01.01.2022).
NRW im Vergleich: Eigenanteil nach Bundesland
Die Pflegeheimkosten unterscheiden sich in Deutschland erheblich — je nach Bundesland zahlen Bewohnerinnen und Bewohner bis zu 1.080 € mehr oder weniger pro Monat. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Eigenanteile im ersten Aufenthaltsjahr (vor Leistungszuschlag):
| Bundesland | EEE | Unterkunft | Investition | Gesamt |
|---|---|---|---|---|
| Bremen | 1.970 € | 1.230 € | 600 € | 3.800 € |
| Saarland | 1.870 € | 1.160 € | 570 € | 3.600 € |
| Nordrhein-Westfalen | 1.860 € | 1.150 € | 570 € | 3.580 € |
| Baden-Württemberg | 1.830 € | 1.140 € | 560 € | 3.530 € |
| Hamburg | 1.820 € | 1.130 € | 550 € | 3.500 € |
| Hessen | 1.680 € | 1.040 € | 510 € | 3.230 € |
| Rheinland-Pfalz | 1.670 € | 1.040 € | 510 € | 3.220 € |
| Bayern | 1.660 € | 1.030 € | 510 € | 3.200 € |
| Berlin | 1.610 € | 1.000 € | 490 € | 3.100 € |
| Schleswig-Holstein | 1.580 € | 980 € | 480 € | 3.040 € |
| Brandenburg | 1.570 € | 970 € | 480 € | 3.020 € |
| Thüringen | 1.560 € | 970 € | 470 € | 3.000 € |
| Sachsen | 1.550 € | 960 € | 480 € | 2.990 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.510 € | 940 € | 450 € | 2.900 € |
| Niedersachsen | 1.510 € | 940 € | 450 € | 2.900 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.410 € | 880 € | 430 € | 2.720 € |
Quelle: vdek-Daten, gerundet auf volle 10 €. Stand: Januar 2026. Die tatsächlichen Kosten einzelner Einrichtungen können deutlich abweichen.
Das Ost-West-Gefälle erklärt sich vor allem durch niedrigere Personalkosten und Investitionskosten in den neuen Bundesländern. In den westdeutschen Flächenländern treiben höhere Löhne, Immobilienpreise und Baukosten den Eigenanteil nach oben — NRW liegt hier im oberen Mittelfeld.
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Innerhalb von Nordrhein-Westfalen variieren die Pflegeheimkosten je nach Lage erheblich. Köln zählt laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW, Oktober 2024 — basierend auf knapp 11.000 Pflegeheimen bundesweit) mit einem monatlichen Eigenanteil von ca. 3.597 € im ersten Aufenthaltsjahr zu den drei teuersten Städten in ganz Deutschland.
Der NRW-Landesdurchschnitt liegt nach Angaben des Verbands der Ersatzkassen (vdek, Stand: Januar 2026) bei ca. 3.582 €/Monat im ersten Aufenthaltsjahr — und damit rund 50 € über dem Bundesdurchschnitt. Ländliche Kreise sind typischerweise günstiger als die Ballungsräume im Rhein-Ruhr-Gebiet, da Mietkosten und Lohnniveau dort niedriger ausfallen.
Da einheitliche kreisweise Vergleichsdaten für NRW nicht öffentlich zugänglich sind, empfiehlt sich für eine standortgenaue Recherche der Pflegelotse der vdek: Dort können Sie Pflegeheime nach Postleitzahl suchen und aktuelle Heimkostenblätter der einzelnen Einrichtungen einsehen.
Köln — bundesweit Spitze
ca. 3.597 €/Mon.
Laut IW-Analyse unter den drei teuersten Städten Deutschlands — noch vor München. Hohe Mieten und Lohnkosten im Stadtgebiet.
Düsseldorf / Rheinschiene
ca. 3.400–3.550 €/Mon.
Großstädtisches Preisniveau. Landeshauptstadt mit hohen Immobilien- und Betriebskosten für Pflegeeinrichtungen.
Ruhrgebiet (Essen, Dortmund)
ca. 3.200–3.450 €/Mon.
Breit gefächert je nach Stadt und Lage. Industriestädte mit hohem Pflegebedarf und dichtem Einrichtungsangebot.
Ländliche Kreise (Sauerland, Teutoburger Wald)
ca. 2.800–3.100 €/Mon.
Günstigere Immobilien- und Lohnkosten drücken den Eigenanteil. Oft deutlich unter dem NRW-Durchschnitt.
Warum ist NRW teuer?
Tarifpflicht für Pflegepersonal seit September 2022, hohe Mieten in Ballungsräumen und dichte urbane Struktur. Dazu kommen höhere ver.di-Tarifabschlüsse im Westen.
Individuelle Suche
Die Kosten einer konkreten Einrichtung weichen oft deutlich ab. Suchen Sie per PLZ auf pflegelotse.de.
Quellen: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Analyse von ca. 11.000 Pflegeheimen, Oktober 2024 (iwkoeln.de); Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), NRW-Eigenanteilsauswertung, Januar 2026 (vdek.com). Angaben ohne Gewähr. Individuelle Einrichtungskosten können erheblich abweichen.
Wer trägt die Kosten?
Die Finanzierung eines Pflegeheimplatzes teilt sich auf mehrere Schultern auf. Die Pflegeversicherung ist als Teilkaskoversicherung konzipiert — sie übernimmt nur einen festgelegten Anteil der Pflegekosten.
1. Pflegekasse: Stationäre Leistung (§ 43 SGB XI)
| Pflegegrad | Leistung / Monat |
|---|---|
| Pflegegrad 2 | 805 € |
| Pflegegrad 3 | 1.319 € |
| Pflegegrad 4 | 1.855 € |
| Pflegegrad 5 | 2.096 € |
Pflegegrad 1: Zuschuss von 131 €/Monat, kein Anspruch auf vollstationäre Leistung. Stand 2025.
2. Eigenanteil: Pflegebedürftige und Angehörige
Alles, was über die Kassenleistung hinausgeht, müssen Pflegebedürftige selbst aufbringen: den verbleibenden EEE, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten.
3. Hilfe zur Pflege (SGB XII)
Wenn das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, können Pflegebedürftige beim Sozialamt Hilfe zur Pflegenach §§ 61–66 SGB XII beantragen. Das Sozialamt übernimmt dann den ungedeckten Eigenanteil.
4. Elternunterhalt: Nur bei hohem Einkommen
Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (01.01.2020) werden unterhaltspflichtige Kinder nur noch herangezogen, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über 100.000 € liegt. Mehr dazu im Elternunterhalt-Rechner.
Diese Übersicht stellt keine Rechtsberatung dar. Bei Fragen zur Finanzierung wenden Sie sich an Ihre Pflegekasse oder eine Pflegeberatung nach § 7a SGB XI.
Häufige Fragen zu Pflegeheimkosten in NRW
Wie hoch sind die Pflegeheimkosten in NRW durchschnittlich?
Im Durchschnitt liegt der monatliche Eigenanteil in Nordrhein-Westfalen bei ca. 3.580 € im ersten Aufenthaltsjahr (EEE ca. 1.860 €, Unterkunft/Verpflegung ca. 1.150 €, Investitionskosten ca. 570 €). Durch den Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI sinkt der Eigenanteil ab dem zweiten Jahr schrittweise — im vierten Jahr auf durchschnittlich ca. 2.185 €. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Einrichtung. (Stand: Januar 2026, Quelle: vdek-Daten.)
Ist NRW teurer als der Bundesdurchschnitt?
Ja — Nordrhein-Westfalen liegt mit ca. 3.580 € monatlichem Eigenanteil über dem Bundesdurchschnitt von ca. 3.245 €. NRW gehört damit zu den teuersten Bundesländern — knapp hinter dem Saarland (ca. 3.600 €) und Baden-Württemberg (ca. 3.530 €). Deutlich günstiger sind die ostdeutschen Bundesländer wie Sachsen-Anhalt (ca. 2.720 €). (Stand: Januar 2026, Quelle: vdek.)
Sinkt der Eigenanteil im Laufe der Zeit?
Ja. Der Leistungszuschlag nach § 43c SGB XI reduziert den pflegebedingten Eigenanteil (EEE) mit zunehmender Aufenthaltsdauer: 15 % im ersten Jahr, 30 % im zweiten, 50 % im dritten und 75 % ab dem vierten Jahr. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben davon unberührt. Für NRW bedeutet das: Der Gesamt-Eigenanteil sinkt von ca. 3.301 € (1. Jahr, nach Zuschlag) auf ca. 2.185 € (ab 4. Jahr).
Was passiert, wenn ich die Kosten nicht tragen kann?
Wenn Ihr Einkommen und Vermögen nicht ausreichen, können Sie beim zuständigen Sozialamt Hilfe zur Pflege nach §§ 61–66 SGB XII beantragen. Unterhaltspflichtige Kinder werden seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (01.01.2020) nur noch herangezogen, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über 100.000 € liegt.
Spielt der Pflegegrad eine Rolle für den Eigenanteil?
Nur indirekt. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) ist in jeder Einrichtung für alle Pflegegrade gleich hoch (§ 84 Abs. 2 Satz 2 SGB XI). Was sich je nach Pflegegrad unterscheidet, ist die Leistung der Pflegekasse: Pflegegrad 2 erhält 770 €/Monat, Pflegegrad 3 erhält 1.262 €/Monat, Pflegegrad 4 erhält 1.775 €/Monat, Pflegegrad 5 erhält 2.005 €/Monat stationär. Je höher der Pflegegrad, desto mehr zahlt die Pflegekasse — und desto geringer ist Ihre Gesamtbelastung trotz gleich hohem Eigenanteil.
Sind die Angaben auf dieser Seite verbindlich?
Nein. Alle Angaben basieren auf gerundeten Durchschnittswerten (Quelle: vdek, Stand: Januar 2026) und dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine individuelle Beratung und stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Die tatsächlichen Kosten einer konkreten Einrichtung können erheblich abweichen.
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